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Einführung, Tips und Beispiele zu cdrecord
In diesem Kapitel wird auf die Eigenheiten bestimmter CD-Recording-Software eingegangen. Im Moment exisitiert lediglich ein Kapitel zu Jörg Schillings cdrtools/cdrecord, das von Frederick Page geflegt wird. Wenn Du etwas ähnliches zu einem anderen Programm beitragen willst, nur zu!
Einführung, Tips und Beispiele zu cdrecord
Vorwort
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Cdrtools (cdrecord), ein kleiner Workshop von Frederick Page (fpage@thebetteros.oche.de), herzlichen Dank an Tom Muller, der den Platz auf seiner HomePage opfert. Rückfragen bitte direkt an Frederick (Tom hat mehr als genug zu tun).
Die Software ist übrigens frei und kostenlos. Obschon ich selbst ein Linux-only System fahre, wird hier nur auf Windows-Belange eingegangen, bei Linux Usern setze ich einfach voraus, daß sie die Doku lesen und verstehen ;-)
Wichtig: die Groß-/Kleinschreibung bei den Schaltern der diversen Programme beachten!
Version 0.1 vom 20.06.2000
Links
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http://www.fokus.gmd.de/research/cc/glone/employees/joerg.schilling/private/cdrecord.html
ftp://ftp.fokus.gmd.de/pub/unix/cdrecord/
http://www.fokus.gmd.de/research/cc/glone/employees/joerg.schilling/private/man/
http://sites.inka.de/~W1752/cdrecord/
Voraussetzungen
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Du solltest neben obiger Software auch Grundkenntnisse im CD-Recording haben, ATIP, DAO, TAO, SAO, CD-Extra kennen, ansonsten erstmal den Rest der FAQ lesen. Die in obigen URLs erwähnte Dokumentation soll und kann durch meinen Beitrag nicht ersetzt werden.
Installation
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Die cygwin1.dll nicht vergessen! (Ist auf obigem FTP-Server auch drauf). Entweder ins selbe Verzeichnis wie cdrecord, oder ins System Verzeichnis zu den anderen DLLs stellen. Es empfiehlt sich, das Verzeichnis von cdrecord in die PATH-Angabe aufzunehmen.
Öffne eine "Eingabeaufforderung" (Command Prompt, bzw. "MS-DOS Fenster"), und gib ein:
cdrecord -scanbus
Du erhältst eine Liste der gefundenen Geräte und solltest Deinen Brenner identifizieren können, er sei angenommen 0,1,0
Dringend empfohlen wird auch das Setzen einiger Umgebungsvariablen, damit wird das Arbeiten deutlich komfortabler, im Folgenden gehe ich einfach davon aus, daß folgende Variablen gesetzt sind (autoexec.bat oder bei NT/2000 Systemsteuerung):
Beispiele (müssen auf Deine Verhältnisse angepaßt werden), die Default-Brenngeschwindigkeit wird angegeben - cdrecord schaltet automatisch auf die max. zulässige Speed zurück, z.B. bei CD-RW) - der Default SoftwareBuffer (hier 8 MB) und die Device-ID des Brenners:
set CDR_SPEED=12
set CDR_FIFOSIZE=8m
set CDR_DEVICE=0,1,0
Win9x erfordert nach Änderung der autoexec.bat leider den üblichen Neustart.
Beispiele
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Frederick Page hat auch eine Reihe von Beispiel-Skripten zusammengestellt. Du kannst sie hier als .tar.gz oder .zip herunterladen.
Du möchtest wissen, was Dein Brenner wirklich kann?
cdrecord -prcap | more
Du möchtest wissen, wer der Hersteller des gerade eingelegten (auch bereits beschriebenen) Rohlings ist?
cdrecord -atip
(Leider unterstützen nicht alle Brenner das Auslesen des ATIP).
Du hast einige WAV Dateien rumliegen und möchtest mal testen?
cdrecord -v -dao -dummy *.wav
simuliert das Schreiben aller WAV Dateien im aktuellen Verzeichnis als Audio-CD. Wenn Du "-dummy" wegläßt, wird sofort richtig geschrieben.
Tip: nach Absetzen des Schreibbefehls läuft ein 10 Sekunden "Countdown" ab, während dessen man durch Strg-C ("Steuerung" gedrückt halten und Taste c betätigen) abbrechen kann.
Übrigens: so ganz nebenbei haben wir jetzt schon eine perfekt im DAO-Modus gebrannte Audio-CD erhalten, war doch nicht so schwer ;-)
Jetzt können wir schon mutig etwas mehr ausprobieren, das Weglassen der 2 Sekunden-Pause zwischen den Audio-Tracks. Dies erzeugt strenggenommen eine Audio-CD, welche den Redbook Standard verletzt, allerdings sollten auch ältere CD-Spieler problemlos damit zurechtkommen, auch gepreßte Original-CDs lassen die zwei Sekunden Zwangspause weg (Live-CDs z.B.)
cdrecord -v -dao defpregap=0 *.wav
Einige Brenner mögen den Wert 0 nicht, hier solltest Du dann probieren, evtl. geht 0.1 oder 1.
Die obigen Beispiele stützen sich auf Defaults, die cdrecord freundlicherweise verwendet, sicherer ist allerdings das Brennen folgendermaßen:
cdrecord -v -dao -audio -pad defpregap=0 *.wav
Ansonsten besteht die Gefahr, daß cdrecord die WAV Files nicht brennt, besonders dann, wenn diese beim Grabben mit Optionen wie "Stille am Anfang/Ende der Tracks entfernen" auf Platte kopiert wurden. Oder wenn man eigene Aufnahmen (von LP, Mikrofon, etc. verwendet). Netterweise merkt cdrecord das aber vor dem Brennen, sodaß kein Rohling "verbraten" wird.
RW-Rohlinge
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Grundsätzlich lassen sich RW-Rohling wie "normale" Rohlinge brennen. cdrecord hat speziell in Verbindung mit bestimmten Brennern (hauptsächlich Plextor) auch die angenehme Eigenschaft, eigentlich "tote" RW-Rohlinge "wiederbeleben" zu können. Will heißen, daß alle möglichen Programme den RW nicht mehr löschen können, aber bevor man ihn wirklich wegwirft, sollte man folgendes probieren oder einen Freund mit Plex-Brenner aufsuchen:
cdrecord -v blank=all -force
Übrigens verrät cdrecord blank=help die möglichen Modi zum RW-Löschen, ein Ersetzen von "all" durch "fast" reicht für normale Rohlinge völlig aus und ist deutlich schneller. Obiges Beispiel kann durchaus eine knappe Stunde brauchen.
Kleine Hilfe
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Eine CD-R (oder CD-RW) ist nur im Brenner lesbar? Ist vermutlich bloß nicht fixiert, versuch einfach mal
cdrecord -fix
Das geht auch dann, wenn die CD-R mit einem anderen Programm gebrannt wurde.
Daten-CDs
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Brennen eines fertigen Images (z.B. Corel Linux), die Datei endet mit .iso oder .raw
cdrecord -v -pad datei.iso
Du hast hoffentlich die FAQ gelesen und weißt, daß auf einer CD ein anderes Dateisystem ist, nämlich ISO-9660? Damit sollte dann klar sein, daß cdrecord nicht direkt Daten von der Festplatte (FAT Dateisystem) auf CD-R (ISO-9660 Dateisystem) brennen kann. Aus diesem Grunde wird ein Tool benötigt, welches das Dateisystem erst einmal auf ISO-9660 umsetzt, dieses Tool heißt mkisofs.
Weiterhin kann das ISO-9660 Dateisystem keine langen Dateinamen, keine Attribute, nicht mehr als 8 Verzeichnisebenen, sodaß man entweder herbe Einschränkungen hinnehmen, oder aber das Dateisystem erweitern muß. Eine solche Erweiterung ist das von Microsoft entwickelte Joliet, welches zwar nur 64 Zeichen lange Dateinamen anbietet, keine Attribute rettet, kein Multisession beherrscht, aber immer noch besser als "nacktes" ISO-9660 ist und für die meisten Anwender ausreicht.
Zusammengefaßt: wir nehmen Verzeichnis D:\Mein\Verzeichnis, welches das "Wurzel-Verzeichnis" der CD-R werden soll, wandeln es in ISO-9660 um, verwenden die Joliet-Erweiterungen, damit die langen Dateinamen erhalten bleiben und speichern das als "Image" (Abbild) unter dem Namen MeinImage.iso auf der Festplatte:
mkisofs -v -J -o MeinImage.iso D:\Mein\Verzeichnis
Die im aktuellen Verzeichnis befindliche Datei MeinImage.iso können wir nun mit obigem Beispiel (Brennen eines Images) brennen.
On-The-Fly
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Jetzt wird es "ernst": Du möchtest das Ganze ohne Umweg "on-the-fly" direkt auf CD-R brennen? Kein Problem, allerdings sollte Dein System gut konfiguriert sein oder Du solltest SCSI-Komponenten haben. Es geht nicht, nein wirklich nicht über den normalen Command Prompt von Win9x oder WinNT/2000, weil die Pipes hier nicht standardkonform funktionieren.
Auch das ist kein Problem, im cdrecord Verzeichnis findest Du sh.exe, welches Du einfach durch Eingabe von sh startest. Du siehst als "Prompt" erstmal nur ein Dollarzeichen, befindest Dich aber jetzt in einer standard-konformen Shell, welche das Pipen unterstützt.
mkisofs -J D:\Mein\Verzeichnis | cdrecord -v -pad -dummy
Das muß ich ein wenig erklären: mkisofs verwendet Joliet Erweiterungen und nimmt das Verzeichnis D:\Mein\Verzeichnis als Wurzel-Verzeichnis für die CD-R. Durch das Weglassen von -o wird der Output (die Ausgabe) nicht in eine Datei, sondern auf die "Standard-Ausgabe" gelenkt. Das ist die Shell, aus der das Programm gestartet wurde, würdest Du das Zeichen | (Pipe) und den Rest der Zeile weglassen, erfolgte die Ausgabe im Command Prompt (ist natürlich ziemlich sinnlos).
Durch das Pipe-Zeichen | wird die Ausgabe an cdrecord weitergeleitet, welches durch das letzte, freistehende - angewiesen wird, die Daten von der Standard-Eingabe zu holen.
Wiederum rein theoretisch gesprochen: wenn man das Pipe-Zeichen und den ersten Teil der Zeile wegließe, könnte man die Daten für cdrecord auch manuell über Tastatur eingeben, aber ich will den sehen, der bei bloß 1-fach Speed 150.000 Anschläge pro Sekunde fehlerfrei schafft ;-)
Bei ATAPI-/IDE-Systemen sollte man das Ganze (wie oben) mit der -dummy Option erstmal simulieren, wenn Du "mutig" geworden bist, laß -dummy einfach weg.
Komfortabler ist die bash (Bourne Again Shell), die auf http://www.cygwin.com erhältlich sein sollte
CD-Extra
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Du weißt, was CD-Extra ist (ansonsten wieder der FAQ-Verweis)? Die erste Session erzeugst Du, indem Du mit cdrecord eine normale Audio-CD brennst, aber Schalter "-multi"verwendest, da wir schon etwas fortgeschritten sind, verwenden wir nun einige Schalter mehr ;-)
cdrecord -v -dao -multi -audio -pad defpregap=0 *.wav
Dazu muß der Brenner allerdings SAO beherrschen, falls er das nicht kann, mußt Du notgedrungen den Schalter "-dao" weglassen, dann wird das (ausdrücklich nicht für Audio-CDs empfohlene TAO verwandt).
Alternativ kannst Du auch mit z.B. Feurio eine Audio-CD brennen und wählst dort aber "CD nicht abschließen" (bei älteren Feurio Versionen muß vorher der Profi-Modus aktiviert werden). Schlechte Software schränkt Dich übrigens ein, indem sie bei "CD nicht abschließen" das "DAO" Kästchen automatisch deaktiviert, obschon der Brenner SAO könnte.
Wie auch immer: Du hast nunmehr eine Audio-CD im Multi-Session Modus bzw. "nicht abgeschlossen" gebrannt und möchtest jetzt noch Daten in einer (oder mehreren!) zusätzlichen Session(s) hinzufügen.
Nochmals: die CD darf nicht abgeschlossen sein, sonst kann nichts hinzugefügt werden.
Wir müssen nun (siehe Daten-CD) ein Image im ISO-9660 Datenformat (evtl. mit Joliet Erweiterungen) brennen, welches nicht auf Sektor 0 der CD beginnt, denn da stehen ja schon bereits die Audio-Daten. Das schaffen wir, indem wir mkisofs mit Schalter "-C" (großes C) die Startadresse der ersten Session (ist jetzt natürlich 0) und die Startadresse der neuen, hinzuzuzfügenden Session mitgeben.
Diese Werte ermitteln wir mit
cdrecord -msinfo
was dann z.B. 0,234567 zurückgibt. Mit den so gewonnenen Erkenntnissen tippen wir tapfer
mkisofs -J -R -C 0,234567 -o MeinExtraTeil.iso D:\Meine\Extras
und warten, bis mkisofs die Datei MeinExtraTeil.iso geschrieben hat.
Hinweise es müssen diesmal die Rockridge Extensions ("-R") mit verwendet werden, weil ansonsten Multisession-CDs nicht möglich wären (Joliet kann kein Multisession). mkisofs warnt, daß Option -M fehlt, weil es davon ausgeht, daß die erste Session importiert werden muß, was bei reinen Daten-CDs auch richtig ist, aber wir brennen eine CD-Extra und ignorieren die Meldung einfach.
Dieses Image brennen wir dann ganz locker mit
cdrecord -pad -data MeinExtraTeil.iso
Achtung: cdrecord warnt, wenn die Daten nicht auf die CD-R passen, innerhalb des 10 Sekunden Countdowns kann man noch abbrechen und die Datenmenge reduzieren.
Ich habe unter Windows keine Multisession-Daten CDs erstellt, daher möchte ich ungern Tips hierzu abgeben, aber grundsätzliches Vorgehen ist gleich, man muß nur bei jeder (außer der letzten) Session die Option "-multi" verwenden, die Daten der vorhergehenden (Daten) Sessions importieren (Schalter "-M" bei mkisofs).
Ganz Mutige können das natürlich auch wieder "on-the-fly" machen, siehe entsprechendes Kapitel. Man kann sich die Arbeit durch Erstellen von BAT Dateien übrigens vereinfachen, das Posten meiner Bash-Scripts dürfte wenig hilfreich sein, mit BAT Dateien kenne ich mich leider nicht aus.
Vielleicht kann ein freundlicher Leser etwas beitragen? Bitte Email an fpage@thebetteros.oche.de ich würde das gerne hier durch (getestete!) BAT Dateien ergänzen.
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